{"id":2393,"date":"2013-12-20T20:37:08","date_gmt":"2013-12-20T19:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=2393"},"modified":"2013-12-21T17:28:18","modified_gmt":"2013-12-21T16:28:18","slug":"das-petschaft-des-dompropstes-von-paderborn-um-1220","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=2393","title":{"rendered":"Petschaft des Dompropstes von Paderborn um 1220"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2393 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/petschaften-archiv.de\/?attachment_id=2396'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jochim-1a-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/petschaften-archiv.de\/?attachment_id=2397'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jochim-1b-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/petschaften-archiv.de\/?attachment_id=2398'><img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Jochim-1c-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Einen selten Fund stellt dieses spitzovale Petschaft dar. Gefunden wurde das Petschaft mittels Metalldetektor\u00a0im Jahre 2005 durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger \u00a0Jochim Weise auf einem Acker in der N\u00e4he von L\u00fcbeck. Die Ver\u00f6ffentlichung in den arch\u00e4ologischen Nachrichten 2013\u00a0gibt uns folgenden Einblick in die Lesung der Umschrift:<\/p>\n<p><em>&#8222;Aufgrund des Schadens fehlen neben der oberen Kopfh\u00e4lfte der Figur auch Teile der in Latein verfassten Umschrift (Legende). So ist nur das Folgende erhalten:<br \/>\n[Buchstabenfragment] TPARBURN\u0112SIS \u2022 ECLESIEMAIORPRE [Buchstabenfragment]<br \/>\nMit PARBURN\u0112SIS liegt eine Verk\u00fcrzung von Paterburnensis vor, einer mittelalterlichen Form des Stadtnamens von Paderborn (Nordrhein-Westfalen). Angeh\u00e4ngt ist einelateinischeensis-Endung, die Kombination bedeutet \u201avon Paderborn\u2018.<br \/>\nDas (unvollst\u00e4ndige) MAIORPREwiederum lautetkomplett MAIOR PREPOSITUS. Dies bezeichnet einen Domprobst, also den Vorsteher eines Domkapitels und Inhaber eines wichtigen geistlichen Amtes.Das ebenfalls verk\u00fcrzte ECCLESIEsteht daher nicht alleinf\u00fcr eine Kirche sondernauch synonym f\u00fcr das Bistum bzw. die zu diesem geh\u00f6rende Hochkirche.<br \/>\nNicht sicher zu rekonstruieren war jedoch der vor PARBURN\u0112SIS stehende Name. Kl\u00e4rung brachte hier erst ein relativ gut erhaltenes, wahrscheinlich einst mit dem Gro\u00df-Gr\u00f6nauerTypar angefertigtes Siegel.Sein urspr\u00fcnglicher Besitzer hie\u00df \u201eLambert\u201c.Aufdessen komplettem Siegel stand:<br \/>\n\u2020 LA(m)BERT(us) PA(te)RBURNE(n)SIS \u2022 EC(c)LESIE MAIOR PREPOSIT(us)<br \/>\nDies entspricht in heutigem Deutsch (vereinfacht):<br \/>\n\u2020 Lambert Dompropst von Paderborn<br \/>\n\u00dcber Lamberts Herkunft, Kindheit und Jugend wissen wir nichts. Geboren wurde er aber vermutlich um das Jahr 1150, denn seit 1173 tritt er in Urkunden des Erzstifts Paderborn als Domherr, in Erscheinung. Wenn Lambert in der Sekund\u00e4rliteratur gelegentlich dem Adelsgeschlecht \u201evon Oesede\u201c zugeordnet wird, so ist dies quellenm\u00e4\u00dfig nicht belegbar und fu\u00dft augenscheinlich auf einem Irrtum. Seine Familie ist heute nicht mehr bekannt.<br \/>\nVon 1185 bis 1197 hatte Lambertin Paderborn das Amt eines cellerarius (Kellermeister) inne. Damit war er zust\u00e4ndig f\u00fcr die Verwaltung von K\u00fcche und Keller des Domkapitels. Zudem verteilte er dessen Eink\u00fcnfte an Domherren und Angeh\u00f6rige des Br\u00fcderhofes und hatte auch die Oberaufsicht \u00fcber das Dienstpersonal.<br \/>\nAb 1202 wird Lambert dann erst als Propst, sp\u00e4ter als Dompropst genannt. Als solcher verf\u00fcgte Lambert \u00fcber eine vergleichsweise gro\u00dfe Machtf\u00fclle: So war er Vertreter des Bischofs nach au\u00dfen und innen, leitete das Domkapitel, \u00fcbte die Jurisdiktion \u00fcber die Domherren aus und besa\u00df die wirtschaftliche Aufsicht \u00fcber die G\u00fcter des Domstifts sowie die Oberaufsicht \u00fcber dessen Verwaltung.\u00a0 Ferner besorgte er die gerechte Verteilung der Eink\u00fcnfte des Kapitels unter die Domherren.\u00a0 Vermutlich aufgrund seines fortgeschrittenen Alters konnte Lambert dann nach 1216 sein Amt vor\u00fcbergehend nicht mehr angemessen aus\u00fcben. Daher \u00fcbernahm 1217 Gerhard von der Lippe seine Aufgaben. Als Gerhard 1219 zum Erzbischof von Hamburg-Bremen gew\u00e4hlt worden war, fungierte Lambert dann 1220 noch einmal kurzfristig als Dompropst.<br \/>\nWann genau er schlie\u00dflich starb, ist unbekannt. Als fr\u00fchestm\u00f6glicher Termin kann aber der 13. M\u00e4rz 1221 gelten, denn Lambert siegelte, soweit bekannt, zuletzt im Oktober 1220 und wird unter dem Datum 13. M\u00e4rz im Nekrolog des Klosters Abdinghof gef\u00fchrt. Wie f\u00fcr Paderborner Dompr\u00f6pste seiner Zeit \u00fcblich, wurde er wohl im dortigen Dom beerdigt. Von seinem Grabmal, das sich vermutlich im S\u00fcdarm des Ostquerschiffes, dem sogenannten Pfarrfl\u00fcgel, befand, sind jedoch keine Spuren \u00fcberliefert.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen selten Fund stellt dieses spitzovale Petschaft dar. Gefunden wurde das Petschaft mittels Metalldetektor\u00a0im Jahre 2005 durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger \u00a0Jochim Weise auf einem Acker in der N\u00e4he von L\u00fcbeck. 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