{"id":3059,"date":"2014-09-25T17:12:25","date_gmt":"2014-09-25T16:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=3059"},"modified":"2014-09-25T18:41:20","modified_gmt":"2014-09-25T17:41:20","slug":"3059","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=3059","title":{"rendered":"Nach 750 Jahren entdeckt: Siegelstempel des pommerschen Herzogs Wartislaw III. in der Stadt Usedom ausgegraben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3a.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-3060 alignnone\" title=\"Wartislaw 3a\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3a.jpg\" alt=\"\" width=\"826\" height=\"491\" srcset=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3a.jpg 826w, http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3a-300x178.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 826px) 100vw, 826px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3b.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3061\" title=\"Wartislaw 3b\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3b.jpg\" alt=\"\" width=\"506\" height=\"568\" srcset=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3b.jpg 506w, http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Wartislaw-3b-267x300.jpg 267w\" sizes=\"(max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als im Jahr 2013 das Fragment eines Siegelstempels des letzten R\u00fcgenf\u00fcrsten, Wizlaw III., bei Stralsund entdeckt wurde, galt dies in Expertenkreisen als Sensation. Denn mittelalterliche Siegelstempel hoher Adliger waren bislang in Deutschland weder als Archivgut noch als Bodenfunde bekannt. Streng genommen d\u00fcrfte es sie auch nicht geben, denn Siegelstempel wurden nach dem Tode ihres Besitzers zerst\u00f6rt und verworfen \u2013 als Rechtsakt und \u00f6ffentliches Zeichen und nicht zuletzt, um Missbrauch zu vermeiden.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\nMitarbeiter des Landesamtes f\u00fcr Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Landesarch\u00e4ologie) haben nun im August 2014 bei einer Ausgrabung im mittelalterlichen Stadtkern von Usedom einen weiteren unerwarteten und au\u00dfergew\u00f6hnlichen Fund sichern k\u00f6nnen. In einer Siedlungsschicht, die durch die Analyse von Bauh\u00f6lzern in die 2. H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts datiert werden konnte, entdeckten sie das Bruchst\u00fcck eines runden Siegelstempels aus Messing. Der gro\u00dfe Durchmesser von etwas \u00fcber 7 cm mit dem im Schild stehenden Greifen und die erhaltene Inschrift DIMINENSIS weisen den Herzog Wartislaw III. von Pommern-Demmin (um 1210 \u2011 1264) als ehemaligen Besitzer aus. Wartislaw regierte im Demminer Teilherzogtum, das die vorpommerschen Lande zwischen Peene und Ryck, das Gebiet um Stavenhagen und Dargun sowie weite Teile Hinterpommerns umfasste.<\/span><\/p>\n<p>Zusammen mit seinem Vetter Barnim I. lenkte er die Geschicke Pommerns im 13. Jahrhundert. Wesentlichen Anteil hatte Wartislaw III. an der Neuansiedlung deutscher Kolonisten in Pommern und der F\u00f6rderung von Kl\u00f6stern. Er gilt als Gr\u00fcnder der St\u00e4dte Demmin, Greifswald und Greifenhagen, die mit l\u00fcbischem Recht bewidmet wurden.<\/p>\n<p>Da ohne m\u00e4nnliche Nachkommen, starb mit Wartislaw III. vor genau 750 Jahren die Linie Pommern-Demmin aus. Die vom Herzog verwendeten Siegel wurden, der Rechtstradition folgend, zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Fundort des Siegelfragments in der erst 1298 mit Stadtrecht privilegierten Stadt Usedom liegt nur 250 m westlich der ehemaligen Herzogsburg, einer beliebten Residenz des Pommernherzogs Barnim I. Vielleicht fand hier nach Wartislaws Tod die Zerst\u00f6rung seiner Siegelstempel oder zumindest die \u00dcbergabe der Bruchst\u00fccke an den nunmehr allein herrschenden Barnim I. statt.<\/p>\n<p>Von dem jetzt aufgefundenen Siegelstempel haben sich zwei Wachssiegel an Urkunden aus den Jahren 1254 und 1264 im Stadtarchiv Greifswald erhalten. Insbesondere die Urkunde vom 17. Mai 1264, unmittelbar vor seinem Tod in Darsim (heute Ludwigsburg) ausgestellt, enthielt eine Stadtrechtsbest\u00e4tigung f\u00fcr die Stadt Greifswald, deren Privilegien, u. a. die Genehmigung zur Errichtung einer Stadtmauer, mit diesem Dokument deutlich erweitert wurden.<\/p>\n<p>Mit dem Siegelfragment Wartislaw III. wird, nach dem R\u00fcgenf\u00fcrsten Wizlaw III., zum zweiten Mal eine wichtige historische Pers\u00f6nlichkeit Pommerns auf besondere Art &#8222;greifbar&#8220;.<\/p>\n<p>Quelle: Ministerium f\u00fcr Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als im Jahr 2013 das Fragment eines Siegelstempels des letzten R\u00fcgenf\u00fcrsten, Wizlaw III., bei Stralsund entdeckt wurde, galt dies in Expertenkreisen als Sensation. Denn mittelalterliche Siegelstempel hoher Adliger waren bislang in Deutschland weder als Archivgut noch als Bodenfunde bekannt. 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