{"id":439,"date":"2013-01-25T16:23:48","date_gmt":"2013-01-25T15:23:48","guid":{"rendered":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=439"},"modified":"2021-11-14T20:56:22","modified_gmt":"2021-11-14T19:56:22","slug":"439","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/petschaften-archiv.de\/?p=439","title":{"rendered":"Was sind Petschafte(n)?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/K640_w-Holbein05.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-425\" title=\"Gem\u00e4lde, H\u00e4ndler mit Petschaft links am Regal,von Hans Hohlbein.jpg\" alt=\"\" src=\"http:\/\/petschaften-archiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/K640_w-Holbein05-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u201cEin <strong>Petschaft<\/strong> (das Petschaft, f\u00e4lschlich auch die Petschaft) ist ein Stempel aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse\u00a0 (Siegellack usw.) einzudr\u00fccken. Ein solches herzustellen, oblag fr\u00fcher einem eigenen Beruf, dem <strong>Petschierer<\/strong>.<\/p>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Petschaft ist dabei von \u00fcblichen (Siegel-)Stempeln f\u00fcr Papier zu unterscheiden, die das Siegel auf einer gummiartigen Fl\u00e4che tragen, die \u00fcber ein Stempelkissen mit Farbe benetzt wird. Anschlie\u00dfend wird solch ein Stempel auf das Papier gedr\u00fcckt und hinterl\u00e4sst dort ein Abbild des Siegels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Verwendung eines Petschaft gibt es kein Stempelkissen. Ein Petschaft besteht aus einem harten Material, in das ein Siegel eingraviert ist. Es wird in eine (zuvor aufgetragene) weiche Masse (Wachs, warmer Siegellack, etc.) gedr\u00fcckt und hinterl\u00e4sst dort einen \u2013 meist erhabenen \u2013 Abdruck des Siegels. Dies kann wie eine Stempelung erfolgen, um ein Schriftst\u00fcck zu siegeln und so seine Authentizit\u00e4t zu garantieren (letztlich \u00fcber die anerkannte Stellung des Siegelnden); besonders Lacksiegel wurden und werden jedoch oft zum Verschlie\u00dfen verwendet, um unbefugtes \u00d6ffnen von vertraulichen Schriftst\u00fccken (Briefe, Dokumente) zu verhindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petschafte finden heute vor allem in Bereichen mit starkem Geheimnisschutz, insbesondere dem milit\u00e4rischen Bereich, Verwendung. H\u00e4ufiger als Siegelmasse ist heute die Verwendung eines Petschaft mit einem Siegeltopf. An verschlie\u00dfbaren Aufbewahrungsorten wie Stahlschrank oder Stahlkassette ist am T\u00fcrspalt bzw. der Deckel\u00f6ffnung auf der einen Seite des \u00d6ffnungsspaltes ein Metalltopf mit 3 bis 4 cm Durchmesser aufgeschwei\u00dft, in dem sich eine weiche Knetmasse befindet. Auf der anderen Seite der \u00d6ffnungsspalte ist eine Kette, Faden oder ein zweiter Metalltopf angeschwei\u00dft. Eine Kette wird nun \u00fcber die \u00d6ffnung bzw. den \u00d6ffnungsspalt hinweg in die T\u00f6pfe hineingedr\u00fcckt, und mit der Knetmasse abgedeckt. Anschlie\u00dfend wird das Petschaft in die Knetmasse gedr\u00fcckt, so dass sich ein Abbild abzeichnet. Auf diese Weise kann ermittelt werden, wer zuletzt den Metallschrank bzw. die Metallkassette verschlossen (und vorher ge\u00f6ffnet) hatte. Ein Petschaft enth\u00e4lt dazu in der Regel im Siegelbild nur eine Kurzbezeichnung der Beh\u00f6rde und eine Registriernummer. Anhand dieser Informationen kann der Tr\u00e4ger des Petschaft eindeutig identifiziert werden, und ob dieser zum \u00d6ffnen des versiegelten Bereiches berechtigt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ein Schl\u00fcssel f\u00fcr einen Schrank oder eine Kassette weitergegeben oder auch nachgefertigt werden kann, ist das Petschaft einer bestimmten Person zugeordnet und darf nicht aus der Hand gegeben werden. Oftmals ist ein modernes Petschaft nur mit einem sehr kurzen Stiel versehen, der gerade zwischen zwei Fingerkuppen passt. Oft ist der Stiel mit einem Loch versehen, um das Petschaft am Schl\u00fcsselbund zu befestigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff <em>Petschaft<\/em> selbst ist ein Lehnwort aus dem Slawischen. Das Wort <em>petschat<\/em> taucht bereits im Mittelhochdeutschen auf. In der Folgezeit wandelte sich der Begriff in volksetymologischer Anlehnung an das deutsche Wortbildungsmorphem <em>-schaft<\/em>.Fr\u00fche Belege aus dem s\u00fcddeutschen Sprachraum k\u00f6nnten darauf hinweisen, dass es sich um eine Entlehnung aus dem Altslowenischen bzw. Alttschechischen <em>pe\u010dat<\/em> (mit der Bedeutung <em>Siegel<\/em>) handeln k\u00f6nnte. Pfeiffer gibt an, dass der Begriff mglw. durch die Verwendung in der Prager Kanzlei verbreitet wurde. In vielen slawischen Sprachen existieren zum Teil sehr \u00e4hnliche W\u00f6rter; bspw. slowakisch <em>pe\u010da\u0165<\/em> (dt. <em>Siegel<\/em>) oder <em>pe\u010diatka<\/em> (dt. <em>Stempel<\/em>) Auch im Ungarischen wurde die Bezeichnung aus den slawischen Sprachen entlehnt (<em>pecs\u00e9t<\/em>).\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">aus Wikipedia<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cEin Petschaft (das Petschaft, f\u00e4lschlich auch die Petschaft) ist ein Stempel aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse\u00a0 (Siegellack usw.) einzudr\u00fccken. Ein solches herzustellen, oblag fr\u00fcher einem eigenen Beruf, dem Petschierer. 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